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Direkte Thrombin-Inhibitoren (Thrombinhemmer)

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Bei Vorhofflimmern ist die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt. Hierdurch kann es im linken Vorhof des Herzens zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. Wandert ein Gerinnsel ins Gehirn, kann dies zum Schlaganfall führen. Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) können einem Schlaganfall bei Vorhofflimmern vorbeugen. Eine Möglichkeit der Schlaganfallprävention besteht darin, den zentralen Gerinnungsfaktor Thrombin direkt zu hemmen.

Titel: 
Thrombin – Ein zentraler Faktor der Blutgerinnung

Inhalt: 

Das Kernstück der Blutgerinnung ist die Umwandlung von Fibrinogen in Fibrin. Durch die Vernetzung des Fibrins entsteht das Blutgerinnsel (Thrombus), welches sich lösen und im Gehirn einen Schlaganfall auslösen kann.

Der Gerinnungsfaktor Thrombin setzt diese Fibrinbildung in Gang. Dafür muss es aber zuvor aus einer Vorstufe, dem Prothrombin umgewandelt worden sein. Medikamente können entweder indirekt die Bildung und Aktivität von Thrombin hemmen, oder direkt an den Gerinnungsfaktor binden.

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Funktionsweise direkter Thrombin-Inhibitoren
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Funktionsweise direkter Thrombin-Inhibitoren

Titel: 
Direkte Thrombin-Inhibitoren wirken auf freies und gebundenes Thrombin

Inhalt: 

Die meisten Gerinnungshemmer wirken indirekt auf Thrombin. Sie hemmen seine Bildung oder beeinflussen über zwischengeschaltete Wirkstoffe seine Aktivität. Manche erreichen dadurch aber nicht das Thrombin, das bereits ins Blut abgegeben wurde. Ein indirekter Thrombin-Inhibitor (Thrombinhemmer) kann Thrombin, welches bereits in einem Gerinnsel gebunden ist, nicht mehr beeinflussen.

Direkte Thrombinhemmer binden dagegen direkt an den Schlüsselstoff im Gerinnungssystem – egal ob dieser frei oder gebunden vorliegt. Dadurch können direkte Thrombin-Inhibitoren auch auf bereits bestehende Gerinnsel und frei im Blut vorkommendes Thrombin wirken.

Zusammen mit anderen Gerinnungshemmern gehören direkte Thrombinhemmer zu den sogenannten neuen oralen Antikoagulanzien. Im Gegensatz zu bisherigen Gerinnungshemmern sind während der Therapie mit dieser Gruppe von Wirkstoffen in der Regel weder routinemäßige Blutabnahmen zur Gerinnungskontrolle noch Dosisanpassungen erforderlich.

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