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Die elektrische Kardioversion

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Unter dem Begriff „elektrische Kardioversion“ versteht man eine Maßnahme zur Wiederherstellung des normalen Herzschlags bei Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Das Ziel ist es, das Herz wieder in den sogenannten Sinusrhythmus – den normalen, regelmäßigen Herzschlag – zurückzuführen. Vorhofflimmern stellt eine Funktionsstörung dar, bei der die Reizausbreitung unkoordiniert abläuft. Ausgehend vom Sinusrhythmus wird die rhythmische Bewegung des Herzens gesteuert. Mittels der elektrischen Kardioversion wird versucht, eine geordnete Aktivität des Sinusknotens – des elektrischen Taktgebers der Herzaktion – wiederherzustellen, sodass das Herz wieder im Rhythmus schlägt.

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Was ist vor der elektrischen Kardioversion bei Vorhofflimmern-Patienten zu beachten?

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Wenn Vorhofflimmern diagnostiziert wird, kann ein Therapieziel die Rhythmuskontrolle sein. Die elektrische Kardioversion ist ein nicht-invasiver Eingriff – also ohne Operation – zur Normalisierung des Herzrhythmus.

Da die elektrische Kardioversion bei Vorhofflimmern mit einem erhöhten Embolierisiko einhergeht, muss vor jedem Eingriff individuell abgeklärt werden, ob das Verfahren für den jeweiligen Betroffenen geeignet ist.

Bei Patienten mit Vorhofflimmern können sich durch die unregelmäßige Blutzirkulation Gerinnsel, sogenannte Thromben, im Vorhof des Herzens bilden. Losgelöst und mit dem Blutstrom ins Gehirn geströmt, können diese Thromben eine Arterie verschließen und so zu einem Schlaganfall führen. Dass ein Gerinnsel aus dem Vorhof losgespült wird, kann verschiedene Gründe haben. Auslöser kann beispielsweise ein Stromstoß sein, wie er auch bei der elektrischen Kardioversion abgegeben wird. Vor der Durchführung der elektrischen Kardioversion ist es daher wichtig, einen Vorhofthrombus auszuschließen. Eine transösophageale Echokardiographie (TEE) kann Klarheit bringen. Hierbei handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung, die von der Speiseröhre aus bestimmte Areale des Herzens besonders klar darstellt und so Thromben sicher aufspüren kann. Diese Voruntersuchung ist für den Patienten weitestgehend schmerzfrei, da der Rachen mit einem Betäubungsspray örtlich betäubt wird.

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Wie wird eine elektrische Kardioversion durchgeführt?

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Bei Betroffenen, bei denen das Vorhofflimmern länger als 48 Stunden anhält oder bei unbekannter Dauer, empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Kardiologie vor der Kardioversion eine Therapie mit oralen Antikoagulanzien für mindestens drei Wochen. Nach dem Eingriff muss die Antikoagulation für weitere vier Wochen beibehalten werden.

Die elektrische Kardioversion wird in der Regel ambulant durchgeführt. Damit beim Eingriff selbst die Verschluckung von Lebensmittelresten oder ähnlichem ausgeschlossen werden kann, ist es notwendig, dass der Patient zum vereinbarten Termin nüchtern in die Klinik bzw. Praxis kommt. Zur Untersuchung sollten Patienten auch daran denken, unter anderem folgende Unterlagen mitzubringen:

  • Eventuell vorhandene Dokumente zu Voruntersuchungen (ggfs. Bescheinigung des unauffälligen Befundes der transösophageale Echokardiographie)
  • Medikamentenausweis sowie -liste (ggfs. über den Hausarzt zu erfragen)
  • Einweisungsbescheid des Hausarztes

Die elektrische Kardioversion wird unter Kurznarkose durchgeführt und ist somit für den Patienten schmerzfrei. Während der gesamten Behandlung steht der Patient unter EKG-Kontrolle. Mithilfe von Stromstößen (die mit einer wesentlich geringeren Dosis als beispielsweise bei der Defibrillation abgegeben werden) wird der Herzrhythmus zurück in den Sinusrhythmus versetzt. Impulsgeber für die Stromstöße ist dabei der eigene Herzschlag, der vom EKG erfasst wird. So kann das Risiko eines Auftretens von Kammerflimmern reduziert werden.

Nach der erfolgreichen Durchführung der elektrischen Kardioversion hat der Patient Zeit, in Ruhe aus der Kurznarkose aufzuwachen. Auch wenn die narkotische Wirkung gering ist, darf am gleichen Tag nicht mehr gearbeitet oder Auto gefahren werden.

Im Abschlussgespräch legt der behandelnde Arzt einen ersten Kontrolltermin fest, an dem mittels einer EKG-Untersuchung überprüft wird, ob der regelmäßige Herzrhythmus beibehalten werden konnte. Unabhängig davon, ob der Sinusrhythmus nach der Kardioversion aufrecht erhalten werden kann, ist bei Patienten mit bestehendem Risikofaktor für einen Schlaganfall oder wieder auftretendem Vorhofflimmern eine lebenslange Therapie mit oralen Antikoagulanzien angezeigt.

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