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Häufig gestellte Fragen

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1. Ich glaube, dass ich an Vorhofflimmern leide. Wie kann ich mich bestmöglich auf den ersten Arztbesuch vorbereiten?
Bestimmte Informationen wird der Arzt in jeden Fall von Ihnen erfragen. Dazu kann es hilfreich sein, wenn Sie sich im Vorfeld in Ruhe Stichworte zu den folgenden Fragen notieren:

  • Leiden Sie unter einem der genannten Risikofaktoren, wie z.B. Diabetes oder Bluthochdruck?
  • Haben Sie enge Familienangehörige, die unter Vorhofflimmern leiden? Gibt es weitere Erkrankungen, die häufig in Ihrer Familie auftreten?
  • Wann und wie häufig leiden Sie unter bestimmten Beschwerden/Symptomen? Versuchen Sie, diese so genau wie möglich zu beschreiben. Treten mit den Symptomen noch Begleiterscheinungen auf?

Weitere Informationen finden Sie unter Checkliste für den Arztbesuch und Pulskarte.

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2. Wie reagiere ich bei einem akuten Anfall von Vorhofflimmern richtig?
Wenn Sie unter Herzstolpern oder Herzrasen, Schwindel, Kurzatmigkeit, Schwäche oder einem Engegefühl in der Brust leiden, ist das Wichtigste, dass Sie ruhig bleiben: Setzen Sie sich am besten hin und versuchen, langsam zu atmen. Wenn sich Ihr Herzschlag nach wenigen Minuten nicht wieder beruhigt hat und wieder gleichmäßiger schlägt, verständigen Sie den Notruf. In jedem Fall sollten Sie die Thematik beim nächsten Termin mit Ihrem Hausarzt besprechen – er kann erste Untersuchungen durchführen und Sie ggfs. an einen Facharzt überweisen.

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3. Welche Therapien zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern gibt es?
Am Anfang der Erkrankung ist es für den Arzt möglich, durch Medikamente oder in Kurznarkose mit einem starken elektrischen Stromstoß – durch die sogenannte elektrische Kardioversion – das Vorhofflimmern zu beenden. Bei länger bestehendem Vorhofflimmern haben sich die Vorhöfe im Herzen so verändert, dass der Arzt das Vorhofflimmern nicht mehr beenden kann und nun chronisches Vorhofflimmern besteht. Aufgrund des deutlich erhöhten Schlaganfallrisikos ist bei Vorhofflimmern eine effektive Schlaganfallprävention das oberste Therapieziel. Der Arzt hat hier verschiedene Möglichkeiten für eine „Blutverdünnung“ (Gerinnungshemmung):

  • Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Warfarin, Phenprocoumon) hemmen die gerinnungsfördernde Wirkung von Vitamin K. Sie werden seit Jahrzehnten zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern eingesetzt, stellen Arzt und Patient bezüglich der richtigen Medikamenteneinstellung jedoch vor Herausforderungen.
  • Direkte Thrombinhemmer (z.B. Dabigatranetexilat) gehören zur Gruppe der neuen Generation der Gerinnungshemmer. Sie setzen direkt an der zentralen Stelle des Gerinnungssystems an und beugen so einer Blutgerinnselbildung im Körper effektiv vor und dienen somit der Schlaganfallprävention.
  • Faktor-Xa-Hemmer (z.B. Rivaroxaban, Apixaban) blockieren den Gerinnungsfaktor Xa und werden u.a. zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern eingesetzt.
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4. Ich nehme täglich ASS – das verdünnt das Blut doch auch. Reicht das nicht als Therapie zur Schlaganfallprävention aus?
ASS bietet nach den aktuellen europäischen Behandlungsleitlinien keinen ausreichenden Schutz vor Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern. Ärzte und Experten in Deutschland und Europa empfehlen, dass ASS nicht mehr als Therapie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern angewendet werden soll. Der Schutz des Gehirns und damit der Schutz vor einem ischämischen Schlaganfall haben oberste Priorität bei der Therapie von Patienten mit Vorhofflimmern. Gemäß den aktuellen europäischen Behandlungsleitlinien gilt eine Behandlung z.B. mit einem direkten Thrombinhemmer als effektiv und wirksam. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Therapie für Sie am besten geeignet ist und Sie in Ihrem Alltag am wenigsten einschränkt.

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5. Wie unterscheiden sich die Therapien untereinander? Welche Vorteile bietet die neue Generation von Medikamenten gegenüber der herkömmlichen Therapie?
Vitamin-K-Antagonisten werden bereits seit Jahrzehnten zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern eingesetzt, stellen Arzt und Patienten jedoch vor große Herausforderungen: Denn sie sind nur dann sicher und wirksam, wenn ihr Wirkspiegel richtig eingestellt ist – und dieser ist häufig schwer steuerbar. Patienten müssen regelmäßig ihren Arzt aufsuchen, um ihre Gerinnungswerte zu kontrollieren und die Dosis des Wirkstoffs gegebenenfalls anzupassen (siehe Frage 6 zum INR-Wert).
Auch sollten Sie auf Lebensmittel wie z.B. Grün- und Rosenkohl oder Bohnen und Spinat verzichten, da diese die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten beeinflussen (siehe Frage 9 zu Ernährung). Diese Einschränkungen bestehen mit den neuartigen Gerinnungshemmern nicht.

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6. Was ist der INR-Wert?
Die INR-Bestimmung ist ein Test dafür, wie schnell das Blut eines Menschen gerinnt und kann nur durch eine Blutabnahme getestet werden. Dieser regelmäßige Bluttest ist notwendig, wenn Sie Vitamin-K-Antagonisten einnehmen, denn anhand dieser INR-Kontrollen bestimmt Ihr Arzt die Dosierung des Vitamin-K-Antagonisten für Sie. Bei einer zu geringen Dosis ist die Blutverdünnung nicht ausreichend wirksam und das Schlaganfallrisiko steigt, bei zu hoher Dosis ist das Blutungsrisiko erhöht. Die regelmäßigen Gerinnungskontrollen sind bei der Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten daher unbedingt notwendig!
Werden Sie mit direkten Thrombinhemmern oder Faktor-Xa-Hemmer therapiert, sind diese regelmäßigen Messungen nicht nötig.

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7. Wie oft muss ich zur Kontrolle zum Arzt?
Wenn Sie Vitamin-K-Antagonisten zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern einnehmen, müssen Sie oder Ihr Arzt die Wirkung des Gerinnungshemmers regelmäßig kontrollieren (siehe Frage 6 zur INR-Bestimmung) und gegebenenfalls die Dosierung von Ihrem Arzt angepasst werden.Bei Therapie mit dem direkten Thrombinhemmer oder Faktor-Xa-Hemmern sind diese regelmäßigen INR-Kontrollen nicht nötig, jedoch sollten Sie sich im Rahmen Ihrer Routineuntersuchungen, vor Beginn der Behandlung oder wenn es die klinische Situation erfordert von Ihrem Arzt untersuchen lassen.

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8. Was kann jeder tun, um sein Schlaganfallrisiko zu minimieren?
Wenn Sie im Alltag einige Punkte berücksichtigen, können Sie Ihr Herz und Hirn schützen:

  • Ausgewogene und nicht zu fettreiche Ernährung
  • Alkohol nur in Maßen
  • Regelmäßige Bewegung: Geeignete Sportarten sind Walking, Fahrrad fahren, Schwimmen oder Tanzen
  • Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
  • Auf Signale des Körpers achten: Informieren Sie Ihren Hausarzt, wenn sich Ihre Symptome verschlimmern
  • Verschriebene Medikamente gemäß der Anweisung des Arztes einnehmen
  • Die Nummer des Notarztes und gegebenenfalls auch Ihren Patientenpass aktuell halten und griffbereit aufbewahren
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9. Muss ich meine Ernährung ändern, wenn ich unter Vorhofflimmern leide?
Generell ist eine ausgewogene Ernährung empfehlenswert. Die deutsche Schlaganfallhilfe empfiehlt Patienten mit Vorhofflimmern sich kaliumreich mit viel Obst (z.B. Bananen) sowie Gemüse und wenig Fleisch zu ernähren. Verzichten Sie auf jeden Fall auf übermäßigen Alkoholgenuss.
Wenn Sie im Rahmen der Therapie Vitamin-K-Antagonisten zur Gerinnungshemmung einnehmen, beachten Sie bitte, dass bestimmte Gemüsesorten, wie z.B. Grün- und Rosenkohl oder Bohnen und Spinat, reich an Vitamin-K sind und die Wirkung der Vitamin-K-Antagonisten stören können. Auf diese Lebensmittel sollten Sie verzichten. Bitte fragen Sie Ihren Arzt, welche Lebensmittel Sie nicht essen dürfen. Mit den Gerinnungshemmern der neuen Generation müssen Sie nicht auf diese Lebensmittel verzichten.

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10. Kann ich mit Vorhofflimmern Sport treiben?
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Sportarten oder Aktivitäten, die Sie guten Gewissens ausführen dürfen. Grundsätzlich gilt: Jede Treppe und jeder Spaziergang zum Bäcker um die Ecke ist eine sportliche Betätigung und tut Ihrem Körper gut.
Geeignete Sportarten für Patienten mit Vorhofflimmern sind:

  • Nordic Walking
  • Schwimmen oder Wassergymnastik
  • Tanzen
  • Rad fahren
  • Gymnastik und Fitness, z.B. in Herzsportgruppen
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