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Mit Vorhofflimmern auf Reisen

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Die Diagnose Vorhofflimmern verunsichert Patienten zunächst: Was bedeutet die Erkrankung für den Alltag, für Freizeit und Urlaub? Gewohnheiten und tägliche Abläufe lassen sich relativ schnell anpassen. Umstellungen, die die Erkrankung erfordern, werden rasch zur Routine. Doch bei der Planung der schönsten Wochen des Jahres tauchen weitere Fragen auf: Gibt es Dinge, die bei der Urlaubsplanung zu beachten sind? Sind bestimmte Aktivitäten zu vermeiden? Und muss ich meiner Therapie mehr Aufmerksamkeit schenken? Um es vorweg zu nehmen: Für Patienten mit Vorhofflimmern gibt es keine grundsätzlichen Einschränkungen. Im Gegenteil, Bewegung wie Wandern ist sogar ein probates Mittel, um weitere Folgen dieser Herzerkrankung zu verhindern. Dennoch sollten einige Besonderheiten beachtet werden, um den Urlaub angenehm und möglichst sicher zu gestalten. Um keine unnötigen Risiken einzugehen, führen Sie vor dem Urlaub am Besten ein Arztgespräch. Ihr Hausarzt kennt Ihren Krankheitsverlauf und kann den geeigneten Rahmen für Ihre Aktivitäten abstecken.

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Entspanntes Reisen unter Gerinnungshemmern

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Mit Vorhofflimmern auf Reisen
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Als Dreh- und Angelpunkt für eine sorgenfreie Reise gilt, die verordneten Medikamente so zuverlässig wie im Alltag einzunehmen. Um eine Gerinnungshemmung zu gewährleisten, ist es sinnvoll, auch im Urlaub den gewohnten Lebensrhythmus beizubehalten. Denn Gerinnungshemmer sind ein elementarer Baustein der Schlaganfallprävention. Zur Vorbeugung des Schlaganfalls bei Vorhofflimmern werden Gerinnungshemmer wie Vitamin K-Antagonisten (VKAs) oder die neuen oralen Antikoagulanzien (NOAKs) eingesetzt. Unter NOAKs gestaltet sich das Reisen gegenüber VKAs einfacher. Mit der neuen Generation von Gerinnungshemmern müssen Patienten nicht mehr alle paar Wochen zum Arzt, um ihren INR-Wert überprüfen und eventuell die Medikamentendosis anpassen zu lassen. Die neuen Gerinnungshemmer werden in einer fixen Dosierung gegeben. Patienten nehmen also immer die gleiche Menge des Medikaments ein und müssen nicht in Absprache mit ihrem Arzt die Dosis des Medikaments anpassen. Mit den neuen Gerinnungshemmern müssen Patienten zudem keine Abstriche mehr bei der Ernährung machen. Auch die Gefahr von Interaktionen mit reisemedizinisch relevanten Medikamenten, wie Antimalariamittel oder Antibiotika, ist unter den neuen oralen Gerinnungshemmern geringer.1

Die Anwendung von Vitamin-K-Antagonisten ist für Patienten dagegen häufig problematisch, da es zu Wechselwirkungen mit bestimmten Nahrungsmitteln und mit anderen Arzneimitteln kommen kann. Aufgrund reisebedingter Einflüsse auf die Gerinnungshemmung mit VKAs empfehlen Ärzte vermehrte INR-Kontrollen. Patienten, die selber ein Gerinnungsmanagement durchführen, sind hierbei im Vorteil. Denn auch im Urlaub müssen die Werte regelmäßig gemessen werden. Patienten ohne Gerinnungsselbstmanagement, aber mit stabiler Einstellung gelten zwar als flugreisetauglich, sollten aber primär in eine Region mit guter medizinischer Versorgung reisen.1 Beachten Sie dabei, dass zur Messung der Gerinnung außerhalb Deutschlands der Quick-Wert unüblich ist, international maßgeblich ist der INR-Wert.

Wie Sie sehen, steht Ihnen prinzipiell die Welt offen. Fragen Sie jedoch Ihren Arzt (Hausarzt, Reisemediziner oder Kardiologen) oder wenden Sie sich an eine der Patientenorganisationen für Vorhofflimmern, wenn Sie weitere Fragen haben. Besprechen Sie Ihre Risiken, falls diese bestehen. Reisebedingte Risiken sind zum Beispiel der Einfluss der Zeitverschiebung auf Antikoagulanzien mit kürzerer Halbwertszeit oder eine stärkere Blutungsneigung in warmen Regionen. Ältere Patienten unter NOAK-Therapie sollten beispielweise auf Reisen in warmen Ländern ausreichend trinken, um eine Verschlechterung der Nierenfunktion zu vermeiden.1 Berücksichtigen Sie die Empfehlungen Ihres Arztes, steht einer entspannten Reise von mehreren Wochen nichts im Weg!

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Tipps für die Vorbereitung

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Wie so oft helfen auch hier Checklisten, um an die wichtigsten Dinge zu denken, bevor es losgeht.

  • Gute Vorbereitung ist alles:
    Informieren Sie sich über die medizinische Versorgung im Reiseland. Dazu gehören die Nummer des notärztlichen Rettungsdienstes vor Ort sowie die wichtigsten medizinischen Begriffe in der Sprache des Urlaubslandes.
  • Klima des Urlaubsortes:
    Je nach Gesundheitszustandes sollte sollte der Urlaub in einem gemäßigten Klima stattfinden. Temperaturschwankungen können den Kreislauf unnötig belasten.
  • Beim Urlaub in den Bergen:
    Bestimmte Höhenlagen sind nicht empfehlenswert. Steilere Berge führen zur Belastung des Herzens, da das Herz wegen des niedrigeren Sauerstoffgehaltes eine höhere Pumpleistung erbringen muss. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
  • Mit Sorgfalt packen:
    Nicht fehlen sollten Patientenpass, die Kontaktdaten des Hausarztes, die Versicherungskarte und ein ausreichender Vorrat der Medikamente. Bei Flugreisen nicht vergessen: Packen Sie einen Teil der Medikamente ins Handgepäck.
  • Gewohnheiten im Urlaub:
    Die regelmäßige Einnahme der Medikamente gehört zur Gewohnheit, die beizubehalten ist. Aber auch ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung und ein geregelter Alltagsrhythmus tragen zur Entspannung bei.
  • Für den Notfall:
    Bitte vergessen Sie nicht Ihren Notfallausweis oder Patientenausweis. Informieren Sie Mitreisende, je besser Mitreisende über die Erkrankung Bescheid wissen, desto schneller und effektiver können sie im Notfall handeln. Das wiederum gibt Ihnen das sichere Gefühl, gut aufgehoben zu sein.
  • Planen Sie genug Pufferzeit für Ihre Reise ein und nehmen sich Zeiten der Erholung.

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Patientenausweis

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Unter der Einnahme eines Gerinnungshemmers kann das Blutungsrisiko erhöht sein. Um richtig reagieren zu können, muss in Notfallsituationen auch ein anderer Arzt alle wichtigen Informationen zur Ihrer Therapie sofort zur Verfügung haben. Betroffene von Vorhofflimmern sollten insofern den Patientenausweis mit sich führen. Falls Ihr Arzt bei Ihnen eine Behandlung mit Dabigatranetexilat begonnen hat, laden Sie Ihren Patientenausweis hier herunter.

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1 Ringwald J, Flug u Reisemed 2014; 21: 236-240

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