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Patienten mit Vorhofflimmern vernachlässigen Therapietreue

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Therapietreue der Medikamente
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Patienten mit Vorhofflimmern und erhöhtem Schlaganfallrisiko sollten orale Antikoagulantien zur Blutverdünnung einnehmen. Blutverdünnende Medikamente beugen wirksam der Bildung von gefährlichen Blutgerinnseln vor. Damit vermindern sie die Gefahr, dass Gefäße verstopfen, die lebenswichtige Organe wie das Gehirn mit Blut versorgen. Eine aktuelle Analyse von US-amerikanischen Versicherungsdaten hat nun aufgedeckt, dass die Therapietreue der Medikamente (Adhärenz unter Medizinern genannt) mangelhaft ist.1 Die Studie erfasste, ob Patienten mit Vorhofflimmern ihre Rezepte in einer Apotheke einlösten und inwiefern Behandlungspausen durch nicht abgeholte Tabletten entstanden. Über einem Zeitraum von 1 Jahr wurden die Daten von fast 65.000 Patienten analysiert. Fast die Hälfte der Patienten (47,5 %) mit einem NOAK (Nicht-Vitamin K-Antagonisten oraler Antikoagulantien) zeigten eine verbesserungswürdige Therapietreue, definiert als Einnahme der Behandlung gemäß Beipackzettel an mindestens acht von zehn Tagen. Noch weniger betrug die Adhärenz unter den Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten therapiert wurden (40,2 %). NOAKs haben bekanntlich einige Vorzüge gegenüber den Vitamin K-Antagonisten (bspw. geringere Rate von Hirnblutungen, geringere Interaktion mit anderen Medikamenten, einfachere Handhabung).2 Dennoch ist die Therapietreue unter allen Patienten enttäuschend niedrig, so die Studienleiter.

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Folgen für das Schlaganfallrisiko

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Die Studie zeigt auch: Aus der nicht ausreichenden Therapietreue resultiert ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. Dabei stieg das Schlaganfallrisiko mit dem jeweiligen Risikoscore CHA2DS2-VASc des Patienten. Den Ärzten dient der sogenannte CHA2DS2-VASc-Score als Risikoanalyse für das Auftreten eines Schlaganfalls bei Menschen mit Vorhofflimmern. Hier werden die Risikofaktoren Alter, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus und ein vorausgegangener Schlaganfall abgefragt. Patienten mit einer erhöhten Risiko-Punktzahl (CHA2DS2-VASc-Score größer 4) hatten schon nach einem Monat mit nachlässiger Einnahme des Medikaments ein zweifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Diejenigen Patienten, die sechs Monate lang ihre Medikamente nicht richtig einnahmen, hatten ein fast vierfach erhöhtes Schlaganfallrisiko. Bei Patienten mit einer etwas niedrigeren Risiko-Punktzahl von 2-3 war das Schlaganfall-Risiko nach einem halben Jahr immer noch 2,5-fach erhöht.1 Die nachweisbare Erhöhung des Schlaganfallrisikos zeigt deutlich, dass ein Therapieabbruch oder eine Unterbrechung, beispielsweise aufgrund von Nebenwirkungen, nicht ohne ärztliche Beratung erfolgen sollte.

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Patientenausweis sorgt für zusätzliche Sicherheit

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Zusätzliche Sicherheit gibt es nun dadurch, dass für einen der fortschrittlichen Blutverdünner ein spezielles Gegenmittel entwickelt wurde. Da das Gegenmittel speziell und ausschließlich für einen der fortschrittlichen Blutverdünner entwickelt wurde, ist es wichtig, dass Patienten ihren Patientenausweis immer bei sich tragen.3 So weiß der behandelnde Arzt sofort, welchen Blutverdünner der Patient einnimmt und kann entsprechende Maßnahmen ergreifen. Vorhofflimmer-Patienten, denen das Medikament Dabigatranetexilat verschrieben wurde, können einen individuellen Patientenausweis hier bestellen. In der Regel sollten diejenigen Patienten den Patientenausweis allerdings in der Medikamentenpackung vorfinden. Oder Sie laden sich den Patientenausweis hier als PDF-Dokument für den Selbstausdruck herunter. Alternativ hat die Europäische Gesellschaft für Kardiologie ebenfalls einen Patientenausweis unabhängig von der Medikation entwickelt, welcher hier heruntergeladen werden kann.

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1 Yao X et al. J Am Heart Assoc 2016; 5: e003074
2 Ruff C et al. Lancet 2014; 383: 955-62
3 Pollack CV et al. NEJM 2015; 373: 511-520

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