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Welche Arten von Vorhofflimmern gibt es?

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Vorhofflimmern kann ein einmaliges Ereignis sein und sich von Patient zu Patient unterscheiden. Auslöser sind z. B. Vorerkrankungen oder eine Operation. Vorhofflimmern tritt aber auch als eigenständige Krankheit auf. Bei manchen Patienten tritt die Herzrhythmusstörung spontan auf und verschwindet von selbst wieder. Bei anderen hält sie dauerhaft an und ist selbst mit medizinischen Mitteln nicht auf Dauer zu beheben.

Vorhofflimmern wird grundsätzlich in drei unterschiedliche Arten eingeteilt:
1. das paroxysmale Vorhofflimmern,
2. das persistierende Vorhofflimmern und
3. das permanente Vorhofflimmern.

Von der Art und Dauer der Flimmer-Episoden hängt die Möglichkeit der Behandlung, aber vor allem auch die Schlaganfall-Prophylaxe ab. Gründe für die Behandlung des Vorhofflimmerns sind die Linderung von akuten Beschwerden, das Verhindern von Folgeerkrankungen sowie die Verlängerung der Lebenserwartung. Die unten stehende Übersicht fasst die dafür heute übliche Einteilung des Vorhofflimmerns in Kürze zusammen.1

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Einteilung des Vorhofflimmerns, adaptiert nach Kirchhoff P et al. Kardiologe 2012

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Paroxysmales Vorhofflimmern

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Bei vielen Patienten mit paroxysmalem (anfallsartigem) Vorhofflimmern stehen vor allem die plötzlichen Herzrhythmusveränderungen wie Herzstolpern und Herzrasen im Vordergrund. Es kann ebenso ein Gefühl der inneren Unruhe oder ein eigenartiges Druck- und Engegefühl in der Brust auftreten. Auch Symptome wie Atemnot, Schwitzen, Schwindel und Brustschmerzen können Anzeichen des anfallartigen Vorhofflimmerns sein, insbesondere wenn zusätzliche Herzerkrankungen bestehen. Normalisiert sich der Herzschlag, verschwinden auch die Symptome wieder. Die Anfälle des Vorhofflimmerns treten bei einigen Patienten völlig unerwartet auf. Häufig zeigen sich die Symptome des Vorhofflimmerns auch in Ruhe, z. B. nachts im Schlaf oder in den frühen Morgenstunden. Andere Patienten wiederum beschreiben typische Auslöser für einen Anfall des paroxysmalen Vorhofflimmerns, wie beispielsweise Stress, besonders üppige Mahlzeiten und insbesondere massiven Alkoholgenuss. Auch körperliche Aktivität kann zu paroxysmalem Vorhofflimmern mit Schweißausbrüchen führen. Es gibt aber auch Patienten, die keinerlei Symptome verspüren.

Das paroxysmale Vorhofflimmern tritt anfallsartig auf und dauert nicht länger als sieben Tage. Es endet von allein, üblicherweise innerhalb von 48 Stunden. Sofern sich der Patient während eines anfallartigen Vorhofflimmerns gerade beim Arzt befindet, kann dieser durch eine körperliche Untersuchung, das Tasten des Pulses und Abhören des Herzens mit einem Stethoskop, die Verdachtsdiagnose Vorhofflimmern stellen. Zur Bestätigung der Diagnose muss dann möglichst rasch ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt werden, das die Herzaktivität aufzeichnet, solange das Vorhofflimmern anhält. Häufig ist das paroxysmale Vorhofflimmern aber längst wieder vorbei, wenn der Patient beim Arzt ist. Deshalb ist zur Diagnose meist ein Langzeit-EKG erforderlich. Hierbei misst ein tragbares EKG-Gerät über mindestens 24 bis 72 Stunden Herzfrequenz und Herzrhythmus.

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Persistierendes Vorhofflimmern

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Dauert das anfallsartige Vorhofflimmern länger als 48 Stunden an, ist die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Beendigung des Vorhofflimmerns gering. Von einem persistierenden (anhaltenden) Vorhofflimmern spricht man, wenn die Herzrhythmusstörung länger als sieben Tage dauert und das Herz nicht mehr in den normalen Herzrhythmus zurückspringt. In der Regel treten die Anfälle im Verlauf dann häufiger auf. Und je öfter sie auftreten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zeit bis zum nächsten Anfall verkürzt. Im Zuge dessen bleibt das Vorhofflimmern länger bestehen. Meist kann das persistierende Vorhofflimmern medikamentös oder mit einer Elektrokardioversion wieder in den normalen Rhythmus (Sinusrhythmus) überführt werden. Bei der elektrischen Kardioversion beendet der Arzt das Flimmern mit einem Stromstoß aus dem Defibrillator. Wichtig ist, mit der Therapie schnell zu beginnen, damit das Vorhofflimmern nicht dauerhaft wird. Ohne Behandlung der zu Grunde liegenden Ursache hat diese Form der Herzrhythmusstörung die Tendenz, über kurz oder lang in ein permanentes Vorhofflimmern überzugehen.

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Permanentes Vorhofflimmern

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Vorhofflimmern ist eine voranschreitende Erkrankung. Eine auf Wiederherstellung und Erhalt von Sinusrhythmus zielende Therapie wird im Verlauf immer schwieriger. Unter einem permanenten (dauerhaften) Vorhofflimmern versteht man die chronische Entwicklung des Vorhofflimmerns, das mit Medikamenten oder einer Elektrokardioversion nicht mehr beendet werden kann.

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Risiken des Vorhofflimmerns

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Gerinnungshemmung zur Schlaganfallprävention
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Vorhofflimmern ist in der Regel nicht direkt lebensbedrohlich, aber in vielen Fällen geht es innerhalb von Jahren von einem paroxysmalem in ein persistierendes oder permanentes Vorhofflimmern über. Dadurch kann die Pumpleistung des Herzens abnehmen. Eine solche Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann die Lebensqualität spürbar herabsetzen.

Eine weitere mögliche Folge des Vorhofflimmerns ist der Schlaganfall. Je länger die Episoden andauern, in denen das Herz unregelmäßig schlägt, desto länger staut sich Blut im Herzvorhof. Das kann zur Bildung von Blutgerinnseln führen. Wenn sich diese lösen und ins Gehirn wandern, können sie einen Schlaganfall auslösen.

Eine frühzeitige Diagnose ist daher schon bei paroxysmalem Vorhofflimmern von großer Bedeutung. Auch in einer kurzen Episode, wie sie für das paroxysmale Vorhofflimmern typisch ist, kann sich ein Blutgerinnsel bilden. Deshalb erfolgt eine genaue Untersuchung und Einschätzung durch den behandelnden Arzt und gegebenenfalls wird eine Gerinnungshemmung zur Schlaganfallprävention schon in diesem Stadium empfohlen.

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1 Kirchhoff P et al. Kardiologe 2012; 6: 12–27

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