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Wissen über Vorhofflimmern ist unzureichend

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Wissen über Vorhofflimmern ist unzureichend
Inhalt: 

Vorhofflimmern ist gekennzeichnet durch einen unregelmäßigen Herzschlag, häufig mit einer zu schnellen oder zu langsamen Herzfrequenz. Unter den Erwachsenen ist Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung. Weltweit sind etwa 33 Millionen Menschen davon betroffen. Die Häufigkeit von Vorhofflimmern nimmt in den nächsten Jahren weiter zu. Bis 2030 werden innerhalb der Europäischen Union 14-17 Millionen Patienten mit Vorhofflimmern erwartet, mit 120.000-215.000 neu diagnostizierten Patienten pro Jahr1 Wenn Patienten mit Vorhofflimmern sofort diagnostiziert und behandelt würden, könnten ebenfalls ansteigende Folge-Erkrankungen wie der Schlaganfall oder die koronare Herzkrankheit wahrscheinlich vermieden werden. Daher ist das öffentliche Bewusstsein für Vorhofflimmern, insbesondere das Verständnis für seine Risikofaktoren und -symptome, von entscheidender Bedeutung, um dieses gesundheitliche Problem anzugehen. Eine Umfrage in 10 Ländern auf allen Kontinenten (auch in Deutschland) hatte sich zum Ziel gesetzt, die Sensibilität zur Volkskrankheit Vorhofflimmern zu untersuchen. Dabei kam heraus, dass in der Bevölkerung das Wissen über Vorhofflimmern unzureichend ist. Nur jeder Zweite (48% der Befragten) hatte eine gute Kenntnis in Bezug auf die Erkrankung. Damit war das allgemeine Bewusstsein für Vorhofflimmern im Vergleich zu weiteren Volkskrankheiten wie Schlaganfall (81%), Diabetes und Bluthochdruck (jeweils 85%) weitaus niedriger.2

Titel: 
Bewusstsein, dass Vorhofflimmern zu Schlaganfällen führt, nicht ausreichend

Inhalt: 

Insbesondere war nur jedem Zweiten bis Dritten (36% bis 46% der Befragten) bewusst, dass Vorhofflimmern ein wesentlicher Risikofaktor für einen Schlaganfall darstellt. Schlaganfälle als Folge von Vorhofflimmern können auftreten, wenn sich wegen der unzureichenden Kontraktion der Vorhöfe das Blut im Herzen staut. Diese Blutstauung fördert die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) an den Vorhofwänden. Wenn sich diese Gerinnsel lösen und in den Blutkreislauf ausgeschwemmt werden, können sie die Blutgefäße des Gehirns verstopfen: es kommt zu einem Schlaganfall. Jährlich erleiden bis zu drei Millionen Menschen weltweit einen durch Vorhofflimmern bedingten Schlaganfall; dies entspricht einer Person alle 12 Sekunden.3,4,5 Die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten kann das Schlaganfallrisiko deutlich senken. Es bestand ein relativ hohes Bewusstsein dafür, dass Gerinnungshemmer einen Beitrag zur Prävention oder Behandlung einer Thrombose leisten können. Allerdings wusste nur jeder Dritte der Befragten, dass Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien) zur Vermeidung eines Schlaganfalls bei Patienten mit Vorhofflimmern eine Rolle spielen.

Auch das Wissen um die Risikofaktoren von Vorhofflimmern war nicht besonders hoch. Das Erkennen der korrekten Risikofaktoren lag zwischen 8% und 52%. Nur jeder Zweite konnte Bluthochdruck richtigerweise als einen elementaren Risikofaktor benennen. Weitere Risikofaktoren wie Rauchen, Herzinsuffizienz, Alkoholmissbrauch oder Diabetes waren den Befragten kaum bekannt. Diabetes als Risikofaktor von Vorhofflimmern war beispielsweise nur jedem Fünften geläufig. Dagegen gingen ein Drittel der Befragten in der falschen Annahme davon aus, dass Vorhofflimmern zu Bluthochdruck führt. Besser ausgeprägt war hingegen das Symptomwissen bei denjenigen, die wussten, wie sich Vorhofflimmern anfühlt. Herzstolpern bzw. der unregelmäßige Herzschlag waren richtigerweise das am häufigsten identifizierte Zeichen, während Abgeschlagenheit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit die am wenigsten bekannten Symptome waren.

Titel: 
Informationsmaterial auf vorhofflimmern.de

Inhalt: 

Das mangelnde Wissen über die Risikofaktoren und Symptome von Vorhofflimmern verhindern in vielen Fällen eine notwendige und rechtzeitige medizinische Versorgung der Betroffenen. Unsere Webseite soll Sie darin unterstützen, den Kenntnisstand über Ursachen, Risikofaktoren und Vorsorgeoptionen zu verbessern. Aber auch Informationen zum Leben mit Vorhofflimmern kommen nicht zu kurz. Denn Aufklärung kann helfen, die Krankheit als weniger bedrohlich zu empfinden. Deshalb laden wir Sie dazu ein, unsere Informationsmaterialien auf den folgenden Seiten zu entdecken.

Inhalt: 

1 Kirchhof P et al. Eur Heart J 2016; 37: 2893-2962
2 Luh Wendelboe AM et al. Res Pract Thromb Haemost 2017; 00: 1-9
3 Atlas of Heart Disease and Stroke, World Health Organization, September 2004. http://www.who.int/cardiovascular_diseases/en/cvd_atlas_15_burden_stroke.pdf (zuletzt abgerufen: 20.11.2017)
4 Lin HJ et al. Stroke 1996; 27: 1760-1764
5 Wolf PA et al. Stroke 1991; 22: 983-988

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