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Yoga verbessert Lebensqualität bei Vorhofflimmern

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Yoga wird als eine Kombination aus körperlichen Übungen, Atemtechniken und Meditation verstanden. Menschen verbinden mit dem Wort Yoga Gesundheit, Fitness und Entspannung. Das Wort Yoga entstammt dem Sanskrit und bedeutet ursprünglich das Anjochen und Zusammenhalten von Zugtieren (yuga = Joch, yuj = zusammenbinden, anspannen). Durch eine sprachliche Ausdifferenzierung entstanden verschiedene Bedeutungen im Sinne des Kontrolle-Gewinnens über mentale und körperliche Vorgänge bzw. der Vereinigung von Körper, Geist und Seele. Mithilfe von Yoga-Übungen soll gelernt werden, den Körper und Atem zu kontrollieren sowie die Sinne zu fokussieren. Studien belegen, dass der Mix aus Bewegung, Atmung und achtsamer Konzentration die Gesundheit des Menschen offenbar tatsächlich unterstützt und beispielweise psychische Leiden wie Depressionen bei Schlaganfallpatienten lindern kann.1

Inhalt: 

Bereits im Jahre 2011 hatte eine amerikanische Studie gezielt Patienten mit Vorhofflimmern und die Auswirkungen von Yoga beleuchtet. Die YOGA My Heart-Studie2 ergab, dass eine konsequente Yoga-Praxis hilft, die Symptome eines irregulären Herzschlags zu lindern sowie die Angst und Depression bei Menschen, bei denen Vorhofflimmern diagnostiziert wurde, zu reduzieren. Mit nur 2-3 Yoga-Übungen à 60 Minuten konnte innerhalb von 3 Monaten bei vielen Patienten die Häufigkeit von Vorhofflimmer-Episoden verringert werden. Das regelmäßige Programm enthielt Atem-, Yoga- und Entspannungsübungen sowie Meditation. In Folge der Übungen halbierten sich die eventuell auftretenden Flimmer-Episoden.

Dauern diese Episoden der Herzrhythmusstörungen mehrere Tage, hören nicht von selbst auf und kommen regelmäßig vor, spricht man von chronischem bzw. persistierendem Vorhofflimmern. Das paroxysmale Vorhofflimmern tritt anfallsartig auf und dauert nicht länger als sieben Tage. Eine aktuellere Studie aus Schweden hat nun bestätigt, dass leichte Yoga-Übungen die Lebensqualität von Patienten mit anfallsartigem (paroxysmalem) Vorhofflimmern tatsächlich verbessert.3 In dieser Studie absolvierten die Patienten im Laufe von 3 Monaten eine einstündige Yoga-Übung pro Woche. Selbstverständlich erhielten die Patienten weiterhin die Standardtherapie, wie bspw. die medikamentöse Behandlung. Im Vergleich zu Patienten ohne Yoga-Übungen erlangten Patienten, die Yoga praktizierten, eine niedrigere Herzfrequenz und einen niedrigeren Blutdruck. Die Yoga-Übungen scheinen zu positiven Einflüssen im vegetativen Nervensystem zu führen, welches lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Verdauung und Stoffwechsel kontrolliert. Es wird vermutet, dass die tiefe Atmung während der Übungen das vegetative Nervensystem ausgleicht, was zu weniger Schwankungen in der Herzfrequenz führt. Zudem scheinen sich die Atemübungen und Bewegungen positiv auf den Blutdruck auszuwirken. Darüber hinaus fragten die Studienleiter das Wohlbefinden der Patienten ab. Die Forscher stellten fest, dass Patienten in der Yoga-Gruppe einen deutlichen Anstieg der psychischen Gesundheit erfahren hatten und eine verbesserte Lebensqualität für sich beanspruchten. Yoga könnte somit, so die schwedischen Forscher, eine ergänzende Behandlungsmethode zur Standardtherapie sein.

Titel: 
Wohlbefinden mit Yoga verbessern

Inhalt: 

Vorhofflimmer-Episoden können von Brustschmerzen oder Atembeschwerden begleitet sein. Diese Symptome sind unangenehm und beunruhigen Patienten. Viele Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern sind somit in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, weil sie Angst haben, dass jederzeit eine Vorhofflimmer-Episode auftreten kann. Neue Studienergebnisse zeigen nun, dass Menschen mit Vorhofflimmern gesundheitliche Vorteile erlangen können, wenn sie regelmäßig an Yoga-Übungen teilnehmen. Yoga wird bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern als eine Methode empfunden, die sich positiv auf die Gesundheit auswirkt und hilft, die Symptome zu kontrollieren, sich zu entspannen und sich weniger hilflos zu fühlen.

Yoga-Übungen bestehen aus unterschiedlichen Körperhaltungen. Sie erhöhen den Kreislauf sowie die Beweglichkeit. Generell ist Yoga mehr als Gymnastik, Fitness und Entspannung. Bewusst ausgeführt, sind die Übungen auch geistige Übungen. Die Konzentration aus regelmäßigen, tiefen Atemzügen, Bewegung und Körperhaltung sowie Meditation kann somit das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Da man beim Yoga nur den eigenen Körper benötigt, ist die Sportart ideal für Zuhause. Zudem ist Yoga für Menschen jeden Alters geeignet. Für Senioren lassen sich die meisten der Yoga-Stellungen an die individuellen Möglichkeiten anpassen. Einsteiger sollten zunächst einen Yoga-Kurs besuchen, um die Übungen richtig auszuführen und Verletzungen vorzubeugen. Und liegen weitere Erkrankungen vor oder leiden Sie unter Rückenbeschwerden, fragen Sie vorher Ihren Arzt, ob Yoga das Richtige für Sie ist. Der Mix aus körperlichen Übungen, Atemtechniken und Meditation ist jedenfalls eine Empfehlung wert.

Inhalt: 

1 Thayabaranathan T et al. Top Stroke Rehabil 2017; 24: 279-287
2 Lakkireddy D et al. J Am Coll Cardiol 2013; 61: 1177-1182
3 Wahlström M et al. Eur J Cardiovasc Nurs 2017; 16: 57-63

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