Schlaganfallrisiko trotz Diabetes senken

Dass Diabetes eine Ursache für einen Schlaganfall sein kann, ist nicht jedem bekannt. Dabei gilt Diabetes sogar als Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall, wobei Frauen stärker gefährdet sind als Männer1. Zudem ist laut Statistik jeder vierte Schlaganfall-Patient Diabetiker1.

Das Risiko für Vorhofflimmern ist bei Menschen mit Diabetes zweimal höher als bei Menschen mit gesundem Blutzuckerstoffwechsel.2 Ebenso steigt das Risiko für einen unregelmäßigen Herzrhythmus mit der Dauer der Diabeteserkrankung.3

Da bei Diabetikern der Stoffwechsel schon ‚vorbelastet‘ ist, hat der Körper mit den Folgen eines Schlaganfalls stärker zu kämpfen.1 Gerade Diabetiker sollten daher auf ihr Herz hören und ihre Gesundheitswerte im Blick behalten.

Um das individuelle Schlaganfallrisiko zu ermitteln, steht Ärzten ein Punktesystem zur Verfügung, der CHA2DS2-VASc-Score. Bei der Punkteauswertung wird klar, dass Diabetes mellitus mit der gleichen Wertung in den Risiko-Score einfließt wie etwa Herzinsuffizienz.

Hohe Zuckerwerte schwächen das Herz

Das Risiko für Herzkrankheiten ist bei Diabetikern allgemein erhöht, denn der hohe Anteil von Zucker im Blut verändert den Stoffwechsel der Gefäße.4 Es kommt zu Ablagerungen an und in der Gefäßwand und die Gefäße verdicken sich.

Durch diese Verdickung können sie nur eingeschränkt auf die Pumpleistung des Herzens reagieren und auch der Druck, gegen den das Herz das Blut durch den Körper pumpen muss, wird größer. Damit hat es das Herz schwerer, zu arbeiten und wird stärker belastet. Bluthochdruck und Vorhofflimmern können die Folge sein.

Die Werte im Blick haben

Die richtige Therapieeinstellung ist deshalb ein wichtiger Pfeiler in der Schlaganfallvorsorge für Diabetiker. Die Blutzuckerwerte regelmäßig zu kontrollieren, ist unerlässlich. Ein Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c-Wert) unter sieben ist dabei doppelt vorteilhaft: Er zeigt einerseits an, dass der Diabetes gut eingestellt ist, auf der anderen Seite senkt er das Risiko an Vorhofflimmern zu erkranken.3 Auch ist das Schlaganfallrisiko ist bei einem gut eingestellten Blutzuckerwert nicht erhöht.1

Abgesehen von der Überwachung der Blutzuckerwerte sollte auf die üblichen Faktoren geachtet werden: Gesunde Ernährung, Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten gelten als Basis für jede Präventionsmaßnahme. Außerdem wirkt sich eine Reduktion des Körpergewichts bei Patienten mit Übergewicht nachweislich positiv auf die Häufigkeit und Intensität des Vorhofflimmerns aus.5 Regelmäßige Herzchecks helfen zusätzlich, eine potentielle Überbelastung des Herzens frühzeitig zu erkennen.

Referenzen
  1. Bloomgarden Z, Chilton R. J Diabetes. 2021;13(3):184-190
  2. Hindricks G et al. Eur Heart J. 2021; 42(5): 373-4983 Wang A et al. J Am Coll Cardiol. 2019;74(8):1107-1115
  3. David Strain W, Paldánius PM. Cardiovasc Diabetol. 2018;17(1):57
  4. Lavie CJ et al. J Am Coll Cardiol. 2017 ;70(16) :2022-2035