Mann fasst sich ans Herz

Vorhofflimmern

Das Herz schlägt plötzlich unregelmäßig, rast, stolpert, setzt kurzzeitig sogar aus – es hat seinen gewohnten Takt verloren. Ein Alarmsignal, denn es könnte sich um die weltweit häufigste dauerhafte Herzrhythmusstörung bei Erwachsenen handeln: Vorhofflimmern.

Rund jeder dritte Mensch ab 55 Jahren ist im Laufe seines Lebens von Vorhofflimmern betroffen. Allein in Deutschland leiden rund zwei Millionen Menschen an der Volkskrankheit. Die Zahl der Patienten soll sich Experten zufolge bis zum Jahr 2050 sogar noch verdoppeln.1

Was steckt hinter der Erkrankung, wo liegen ihre Ursachen und auf welche Symptome sollten Sie achten, um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen? Nur eine gezielte Therapie kann ernsthaften Folgeerkrankungen wie einem Schlaganfall entgegenwirken.

Was ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist eine Form von Herzrhythmusstörung. Das Herz besitzt vier Hohlräume: den linken und rechten Vorhof sowie die linke und rechte Herzkammer. Bei einem gesunden Menschen schlagen die Vorhöfe im gleichen Rhythmus wie die Kammern.

Welche Arten von Vorhofflimmern gibt es?

Vorhofflimmern kann ein einmaliges Ereignis sein und sich von Patient zu Patient unterscheiden. Auslöser sind z. B. Vorerkrankungen oder eine Operation. Vorhofflimmern tritt aber auch als eigenständige Krankheit auf.

Wie es zu einem Vorhofflimmern kommt

Um mögliche Ursachen der Entstehung eines Vorhofflimmerns zu verstehen, muss man sich zunächst vor Augen halten, welche Leistung unser Herz, ein faustgroßer, 300 bis 500 Gramm schwerer Hohlmuskel zu erfüllen hat.

Gesundheitsrisiken für Patienten mit Vorhofflimmern

Unregelmäßigkeiten des Herzschlags können völlig normal oder eine kurzfristige Folge von Stress sein. Jeder kann irgendwann in seinem Leben damit zu tun haben. Die sogenannten Herzrhythmusstörungen können somit zunächst harmlos sein und wieder zu einem normalen Herzrhythmus führen.

Wo liegt die Ursache für Vorhofflimmern und wie ist der Verlauf?

Ein normaler Puls liegt zwischen 60 bis 100 Schlägen pro Minute. Beim Vorhofflimmern gerät der Herzschlag mit über 100 Schlägen pro Minute aus dem Takt.

Was sind die Symptome bei Betroffenen?

Die Symptome bei Vorhofflimmern sind vielfältig. Typische Symptome sind Herzstolpern oder Herzrasen, Schwindel, Kurzatmigkeit, Schwitzen, Schwäche und ein Engegefühl in der Brust.

Rhythmus- und Frequenzkontrolle – wenn das Herz aus dem Takt gerät

Wurde ein Vorhofflimmern diagnostiziert, ist der wichtigste Behandlungsschritt oftmals die Einleitung einer medikamentösen Therapie.

Wie wird Vorhofflimmern diagnostiziert?

Durch Tasten des Pulses und Abhören mit einem Stethoskop kann Ihr Arzt bereits erkennen, ob Sie an Vorhofflimmern leiden.

Vorhofflimmern erkennen mittels EKG

Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) können die elektrischen Entladungen des Herzens aufgezeichnet werden. Die Geschichte des Elektrokardiogramms beginnt mit der ersten Aufzeichnung unter Zuhilfenahme von Elektroden durch den britischen Physiologen Augustus Desiré Waller vor mehr als 100 Jahren.

Vorbereitung auf den Arztbesuch

Vorhofflimmern ist behandelbar und bei guter Therapietreue können schwerwiegende Konsequenzen wie Schlaganfälle verhindert werden.

Gerinnung und Vorhofflimmern

Bei Patienten mit Vorhofflimmern kann sich Blut im Herzvorhof stauen und Blutgerinnsel bilden. Lösen sich diese und wandern ins Gehirn, kann dadurch ein  Schlaganfall ausgelöst werden. Zur Vorbeugung werden Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) eingesetzt - Medikamente, die die Bildung solcher Gerinnsel hemmen.

Mit Vorhofflimmern auf Reisen

Die Diagnose Vorhofflimmern verunsichert Patienten zunächst: Was bedeutet die Erkrankung für den Alltag, für Freizeit und Urlaub? Gewohnheiten und tägliche Abläufe lassen sich relativ schnell anpassen. Umstellungen, die die Erkrankung erfordern, werden rasch zur Routine. Doch bei der Planung der schönsten Wochen des Jahres tauchen weitere Fragen auf: Gibt es Dinge, die bei der Urlaubsplanung zu beachten sind?

Frakturrisiko bei Vorhofflimmern

Osteoporose ist eine häufig auftretende Erkrankung bei Patienten die auch an Vorhofflimmern leiden. Gerinnungshemmer der älteren Generation können durch ihre Wirkweise zusätzlich zu einem Knochenmineralverlust führen. Ein vermehrtes Auftreten von Knochenbrüchen kann die Folge sein.

Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz

Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz nehmen aufgrund zunehmender Erkrankungszahlen einen kontinuierlichen Stellenwert in der Herzmedizin ein. Beide Krankheitsbilder sind sehr komplex und beide Erkrankungen können sich gegenseitig begünstigen.

Vorhofflimmern und Diabetes

Menschen mit Diabetes weisen ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern auf. Ein Zusammenhang zwischen der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern und der Zuckerkrankheit wird schon seit längerem beobachtet und ist aktuell bestätigt worden.

Referenzen
  1. Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. Patientenbroschüre, Auflage 2018. Verfügbar unter https://www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de/sites/default/files/redaktion/dateien/2020/AFNET_Patientenbrosch%C3%BCre_Neuauflage%202018_final_20180220_0.pdf Zuletzt aufgerufen am 24.11.2021.